In vitro Toxizität & Alternativen zum Tierversuch



Bei der Entwicklung neuartiger Medikamente werden pharmazeutische Wirkstoffe, bevor sie in klinischen Studien am Menschen angewendet werden, in der Regel zunächst mit Hilfe von in vitro Systemen und im weiteren Verlauf an Tiermodellen getestet. Eine frühzeitige, in vitro-basierte Evaluierung von Verbindungen, die in späteren tierexperimentellen Testphasen als toxisch identifiziert werden, kann dazu beitragen, die Anzahl der verwendeten Labortiere signifikant zu reduzieren. Wir entwickeln innovative in vitro Screening Strategien, die dem Konzept der 3Rs (Reduction, Refinement & Replacement) folgen und wir kombinieren unsere Technologien mit dem enormen Potential  humaner Stammzellen. Wir beabsichtigen, effiziente Alternativen zu Tierversuchen zu schaffen und durch sie die Anzahl z.B. neurotoxikologischer Tierexperimente zu reduzieren. In vitro-basierte Alternativmethoden sind neben der Reduktion der Tierexperimente potentiell kostengünstiger und können, im Vergleich zum klassischen Ansatz, eine Zeitersparnis bedeuten.

Literatur:

Menzner AK, Abolpur Mofrad S, Friedrich O, Gilbert DF (2015) Towards in vitro DT/DNT testing: assaying chemical susceptibility in early differentiating NT2 cells. Toxicology. 338:69-76. doi:10.1016/j.tox.2015.10.007

Gilbert DF, Erdmann G, Zhang X, Fritzsche A, Demir K, Jaedicke A, Muehlenberg K, Wanker EE, Boutros M. A novel multiplex cell viability assay for high-throughput RNAi screening. PLoS One. 2011;6(12):e28338. doi: 10.1371/journal.pone.0028338. Epub 2011 Dec 5. PubMed PMID: 22162763; PubMed Central PMCID: PMC3230607.